{"id":90,"date":"2018-11-02T19:37:42","date_gmt":"2018-11-02T18:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/werra-hoerseleck.de\/?page_id=90"},"modified":"2022-05-05T10:22:37","modified_gmt":"2022-05-05T09:22:37","slug":"heimische-fische","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/?page_id=90","title":{"rendered":"Heimische Fische"},"content":{"rendered":"<h3>\u00c4sche<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF)<\/span>, das \u00d6sterreichische Kuratorium f\u00fcr Fischerei und Gew\u00e4sserschutz (\u00d6KF), das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die \u00c4sche zum Fisch des Jahres 2011 gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die \u00c4sche geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Fischen unserer Fl\u00fcsse. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll auf die Gef\u00e4hrdung ihrer Best\u00e4nde in unseren heimischen Gew\u00e4ssern und auch auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden.<\/p>\n<p>Die \u00c4sche reagiert von allen einheimischen Fischen mit am empfindlichsten auf Umweltverschmutzungen. Sie geh\u00f6rt zu den Ersten, die sich von verschlechternder Wasserqualit\u00e4t vertreiben l\u00e4sst. Die \u00c4schenbest\u00e4nde wurden vor 20 bis 30 Jahren durch die zunehmende Gew\u00e4sserverschmutzung stark beeintr\u00e4chtigt. Dank der gro\u00dfen Anstrengungen zur Reinhaltung der Gew\u00e4sser ist inzwischen diesbez\u00fcglich Besserung eingetreten, was aber nicht hei\u00dft, dass f\u00fcr die \u00c4sche bereits Entwarnung gegeben werden kann.<\/p>\n<p>Der derzeit ma\u00dfgebliche Grund f\u00fcr den Bestandsr\u00fcckgang in zahlreichen \u00c4schepopulationen sind die europaweit immer noch ansteigenden Kormoranbest\u00e4nde. Kormorane erbeuten \u00c4schen, wie vielfach angenommen wird, keineswegs nur in naturfernen Gew\u00e4sserstrecken, sondern richteten insbesondere auch in den \u00c4schenbest\u00e4nden sehr naturnaher und nat\u00fcrlicher Gew\u00e4ssern verheerende Sch\u00e4den an. Die Laichzeit der \u00c4sche f\u00e4llt zudem mit dem winterlichen Aufenthalt der Kormorane in Deutschland zusammen. Da sich die Laichpl\u00e4tze der \u00c4sche \u00fcber den nat\u00fcrlicherweise deckungslosen flachen Kiesb\u00e4nken befinden, sind sie w\u00e4hrend des Laichens eine leichte Beute.<\/p>\n<p>Die \u00c4sche ist ein Standfisch in k\u00fchlen, klaren, schnellflie\u00dfenden gr\u00f6\u00dferen B\u00e4chen (ab 5-6 m Breite) und kleineren Fl\u00fcssen. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten \u00c4schenregion. Das Verbreitungsgebiet der \u00c4sche erstreckt sich \u00fcber fast ganz Europa. Sie fehlt in Spanien, S\u00fcditalien, Irland und in den meisten Fl\u00fcssen der norddeutschen Tiefebene.<\/p>\n<p>Die \u00c4sche geh\u00f6rt zur Familie der Lachsfische (Salmoniden). Sie hat einen m\u00e4\u00dfig langgestreckten, seitlich abgeflachten K\u00f6rper. Der Kopf ist klein und besitzt eine spitze Schnauze. Der R\u00fccken ist graugr\u00fcn oder bl\u00e4ulichgrau, Flanken und Bauch silberwei\u00df bis messingfarben gef\u00e4rbt. Besonders auff\u00e4llig ist die gro\u00dfe R\u00fcckenflosse beim M\u00e4nnchen. Sie wird auch als Fahne bezeichnet und dient dazu in der Laichzeit die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Das Gewicht einer ausgewachsenen \u00c4sche kann bis zu 1,5 kg betragen, bei einer L\u00e4nge von 50cm. In seltenen F\u00e4llen werden \u00c4schen 70cm lang und bis zu 3 kg schwer.<\/p>\n<p>Die \u00c4sche ist ein ausgesprochener Kleintierfresser (Insekten, Bachflohkrebse). Gr\u00f6\u00dfere Exemplare fressen gelegentlich auch Kleinfische (z.B. Elritzen). Zur Vermehrung (M\u00e4rz\/April) sucht die \u00c4sche in ihrer direkten Umgebung geeignete Laichpl\u00e4tze mit Sand-Kies-Sedimenten auf. weiter zunehmende Fra\u00dfdruck durch Massenauftreten von Kormoranen, haben europaweit den \u00c4schenbest\u00e4nden arg zugesetzt. Aus diesem Grund sollten die in den letzten Jahren begonnenen Renaturierungsma\u00dfnahmen unserer Fl\u00fcsse weiter vorangetrieben werden und M\u00f6glichkeiten zur Reduktion von Stauraumsp\u00fclungen und Schwallbetrieb, der periodisch weite Kiesfl\u00e4chen der Fl\u00fcsse trockenlegt, gefunden werden. Denn nur in \u00f6kologisch funktionierenden Flusslebensr\u00e4umen wird es langfristig m\u00f6glich sein, die \u00c4sche, als ein wichtiges Element unserer heimischen Tierwelt, zu sch\u00fctzen und zu erhalten. Die noch vorhandenen guten \u00c4schenbest\u00e4nde in verbliebenen gut strukturierten, naturnahen Gew\u00e4ssern m\u00fcssen jedoch insbesondere vor dem anhaltend hohen Fra\u00dfdruck der Kormorane bewahrt werden, da eine Widerbesiedlung anderer Gew\u00e4sserbereiche nur aus diesen Restbest\u00e4nden heraus erfolgen kann.<\/p>\n<h3>Bachforelle<\/h3>\n<p>Infos folgen.<\/p>\n<h3>Karausche<\/h3>\n<p>Viele Sportfreunde kennen diesen Fisch, aber man isst sich an ihm hungrig wegen der vielen Gr\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Karausche ist eine \u00e4u\u00dferst gen\u00fcgsame und robuste Fischart. Bevorzugt lebt sie in kleinen, pflanzenreichen und stehenden Gew\u00e4ssern, kann aber auch in Fl\u00fcssen mit geringer Str\u00f6mungsgeschwindigkeit und im Brackwasser vorkommen. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsf\u00e4higkeit ist sie selbst in kleinsten, sauerstoffarmen und verschlammten Dorft\u00fcmpeln zu finden. Wenn das Gew\u00e4sser austrocknet, kann sich die Karausche im Schlamm vergraben und einige Tage \u00fcberleben. Sie kann bis zu f\u00fcnf Tage ohne Sauerstoff auskommen und gilt deshalb im Tierreich als \u201eMeister im Luftanhalten\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcber den Winter verf\u00e4llt die Karausche, eingegraben im Schlamm, in eine Art Winterstarre und kann sogar vom Eis eingeschlossen \u00fcberleben. Ihr Stoffwechsel ist dann deutlich eingeschr\u00e4nkt. Sobald die Temperaturen steigen erwacht die Karausche wieder zum Leben.<\/p>\n<p>Die Karausche geh\u00f6rt zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie hat einen gedrungenen, hochr\u00fcckigen K\u00f6rper und ein kleines, endst\u00e4ndiges Maul. Die F\u00e4rbung ist grau \u00fcber gr\u00fcnlich bis zu messinggelb. Sie ist leicht mit einem jungen Karpfen zu verwechseln, hat aber im Gegensatz zu diesem keine Barteln. Leicht zu verwechseln ist sie mit dem ebenfalls zu den Karpfenfischen geh\u00f6renden Giebel. Die mittleren Gr\u00f6\u00dfen liegen bei 20 bis 35 cm, wobei auch eine L\u00e4nge von 50 cm und ein Gewicht von mehr als 3 kg m\u00f6glich sind. Karauschen ern\u00e4hren sich von Kleintieren aller Art, wie z.B. Zuckm\u00fcckenlarven, Wasserfl\u00f6hen, W\u00fcrmern und Schlammschnecken sowie pflanzlichen Stoffen.<\/p>\n<p>Die Geschlechtsreife tritt meist im dritten bis vierten Lebensjahr und bei einer L\u00e4nge von 10 bis 15 cm ein. Die Karausche ist ein Sommerlaicher. Von Mai bis Juli heften die Weibchen 150.000 bis 300.000 klebrige, 1 bis 1,5 mm gro\u00dfe Eier portionsweise an Wasserpflanzen. Je nach Wassertemperatur schl\u00fcpfen die Larven nach drei bis sieben Tagen. Nach drei bis vier Jahren werden sie mit einer L\u00e4nge von etwa 8 bis 15 Zentimeter geschlechtsreif.<\/p>\n<p>Die Karausche ist heute \u00fcber nahezu ganz Europa verbreitet und fehlt nur in Spanien, Mittel- und S\u00fcditalien sowie in Nordfinnland. Das urspr\u00fcngliche Verbreitungsgebiet ist nicht genau nachweisbar und liegt vermutlich in Osteuropa und Asien.<\/p>\n<p>In unseren heimischen Gew\u00e4ssern ist in den vergangenen Jahren ein starker R\u00fcckgang der Karausche zu beobachten. Regional, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, gilt sie als stark gef\u00e4hrdete Art, in Bayern steht sie auf der Vorwarnliste. Die Ursachen hierf\u00fcr liegen in erster Linie in der Ver\u00e4nderung ihres Lebensraumes durch Ufer- und Querverbauungen, Regulierungsma\u00dfnahmen oder Schadstoffbelastungen, wovon nat\u00fcrlich auch alle anderen Fischarten betroffen sind.<\/p>\n<p>Die Karausche bevorzugt dicht verwachsene kleine Auengew\u00e4sser, die gelegentlich \u00fcberflutet werden. Der Verbau von flachen Uferzonen wirkt sich daher besonders nachteilig auf die Best\u00e4nde aus. Besonders f\u00fcr die Karausche ist es daher wichtig mehr \u00dcberschwemmungsgebiete zu schaffen damit sie sich wieder in kleinen Auent\u00fcmpeln ausbreiten kann.<\/p>\n<p>Schutz und Wiederherstellung des nat\u00fcrlichen Lebensraums kommen \u00fcbrigens nicht nur der Karausche zugute, sondern sichern vielen verschiedenen Arten, die durch menschliche Eingriffe in die Gew\u00e4sserstrukturen in ihrem Fortbestand gef\u00e4hrdet sind, das \u00dcberleben.<\/p>\n<h3>Neunaugen<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neunaugen, deren Entwicklung rund 400 bis 500 Millionen Jahren zur\u00fcckreicht, geh\u00f6ren zur \u00e4ltesten, noch lebenden Wirbeltierklasse der Erdgeschichte. Streng genommen z\u00e4hlen sie nicht zu den \u201eFischen\u201c, sondern zu den so genannten Rundm\u00e4ulern. Aufgrund von Schutzma\u00dfnahmen haben sich die Neunaugenbest\u00e4nde in unseren heimischen Gew\u00e4ssern in den vergangenen Jahren allm\u00e4hlich erholt. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass weitere Anstrengungen unternommen werden m\u00fcssen, um den Fortbestand der einzelnen Arten zu sichern. In Deutschland gibt es vier Neunaugenarten: Bach- und Flussneunauge, Ukrainisches Neunauge sowie das Meerneunauge.<\/p>\n<p>Statt des gew\u00f6hnlichen Fischmauls mit Ober- und Unterkiefer haben alle Arten einen kreisf\u00f6rmigen, innen bezahnten Saugmund auf der unteren Seite des Kopfes. Der K\u00f6rper ist aalf\u00f6rmig und hat keine Schuppen. Die deutsche Bezeichnung Neunauge ist sehr alt und entstand durch ungenaue Beobachtung Die eigentlichen Augen, die nur einfach vorhandene Nasen\u00f6ffnung und die sieben, seitlich gelegenen Kiemen\u00f6ffnungen erwecken bei fl\u00fcchtigem Betrachten den Eindruck, das Tier h\u00e4tte neun Augen auf jeder K\u00f6rperseite. Alle Neunaugen laichen im S\u00fc\u00dfwasser ab und kommen dort zur Welt. W\u00e4hrend die Bachneunaugen das ganze Leben im S\u00fc\u00dfwasser verbringen, handelt es sich beim Fluss- und Meerneunauge um Wanderarten. Direkt nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier wandern sie ab in die Brackwasserregionen oder ins Meer. Dort ern\u00e4hren sie sich parasitisch, indem sie sich an Fischen festsaugen und mit ihrem Zungenkopf die Haut aufraspeln. Dabei nehmen sie Blut und Gewebeteile auf. Z. T. bohren sie sich sogar bis in die K\u00f6rperh\u00f6hle des Opfers vor. Im Gegensatz dazu nehmen Bachneunaugen im erwachsenen Zustand keine Nahrung mehr zu sich und werden somit auch nicht als Fischsch\u00e4dlinge auff\u00e4llig. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife erlischt bei allen Arten die Nahrungsaufnahme.<\/p>\n<p>Zur Fortpflanzung steigen Fluss- und Meerneunaugen oft mehrere hundert Kilometer in die Fl\u00fcsse zu ihren Laichgebieten auf (sog. Lang-Distanz Wanderer). Im Fr\u00fchling bilden sich Laichgesellschaften, die unter aktiven Paarungsspielen Laichgruben ausheben, indem sie mit Hilfe des Saugmaules Steine aufsammeln und entfernen. Nach dem Laichakt sterben die Neunaugen an Entkr\u00e4ftung.\u00a0 Die geschl\u00fcpften blinden Larven, Querder genannt, vergraben sich im Sand oder Schlamm. Der Kopf bleibt frei und filtert feine Nahrungspartikel wie Kleinlebewesen oder Pflanzenteilchen aus dem Wasser. Das Larvenstadium ist die l\u00e4ngste Phase im Leben der Neunaugen. Es dauert mindestens f\u00fcnf Jahre. Anschlie\u00dfend vollziehen die Tiere einen erstaunlichen Gestaltwandel vom Larven- zum Erwachsenenstadium.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert waren Neunaugen in unseren heimischen Gew\u00e4ssern noch sehr h\u00e4ufig und weit verbreitet. Sie wurden durch die Fischerei genutzt und waren als Nahrungsmittel des Menschen bis ins 20. Jahrhundert beliebt. Durch Verschmutzung und Verbau der Gew\u00e4sser sind sie stark zur\u00fcckgegangen. Wo durch Regulierungen keine sandigen Sedimentb\u00e4nke mehr vorkommen, oder durch Aufstau kiesige Laichpl\u00e4tze verloren gegangen sind und Sandb\u00e4nke von Schlamm \u00fcberdeckt werden, verschwinden auch die Neunaugen. Hindernisse wie Querverbauungen k\u00f6nnen sie nicht \u00fcberwinden und auch so manche Fischaufstiegshilfen nicht passieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4sche &nbsp; Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das \u00d6sterreichische Kuratorium f\u00fcr Fischerei und Gew\u00e4sserschutz (\u00d6KF), das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN)&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-90","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/90","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=90"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/90\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2174,"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/90\/revisions\/2174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/werra-hoerseleck.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=90"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}